Benny the Bunny & Emma the Flusi

Juli 2007, die Zweite

Was sind Kokzidien?

Noch bevor die endgültige Diagnose feststand und das Labor bestätigte, daß Emma mit Kokzidien (Darmkokzidien, es gibt auch eine Form, die die Leber befällt) infiziert war, informierten wir uns über Kokzidien und das Krankheitsbild der Kokzidiose.

Kokzidien sind KEINE Bakterien, wie man so oft liest, und deshalb behandelt man infizierte Kaninchen auch nicht mit Antibiotika

Kokzidien sind einzellige Parasiten (Eimeria), die im Darm des Kaninchens leben (ob alle Kaninchen latent damit befallen sind, ist umstritten) und normalerweise von dessen Immunsystem in Schach gehalten werden. Ein gesundes Kaninchen entwickelt demzufolge keine Kokzidiose. Falsche Ernährung (getreidehaltige z.B.), Stress oder eine andere Erkrankung, die das Immunsystem des Tieres in Mitleidenschaft zieht, können jedoch zu einem Ausbruch der Kokzidiose führen, in deren Verlauf die Verdauung und die gesunde Darmflora des langohrigen Patienten so gestört werden können, daß er eingeht. Besonders gefährdet sind Jungtiere, deren Immunsystem sich gerade erst entwickeln muß - vergleichbar mit uns Menschen: Kinder leiden wesentlich häufiger an Infektionen wie Erwachsene, weil ihre Abwehr noch nicht richtig funktioniert, sich erst einmal einstellen muß.

Die Behandlung eines Kokitieres ist nicht wirklich schwer, aber zeitaufwendig:

Hygiene ist das A und O!

Das Gehege des Patienten muß täglich peinlichst genau gereinigt werden!

Die Entwicklungsdauer des Parasiten beträgt um die 4-14 Tage. Zumeist nehmen die Tiere die Sporen, die sog. Oocysten, durch verschmutzte Nahrung auf. Im Darmtrakt vermehren sich die Oocysten dann zunächst durch Teilung. Sie infizieren die Schleimhaut des Darmes, was zu massiven Entzündungen und Atrophien des betroffenen Gewebes führen kann und damit zu einer schlechten Asorption von Nährstoffen: die Kaninchen magern oft ab und entwickeln schwere Mangelerscheinungen! Die Oocysten werden mit dem Kot ausgeschieden. Damit sich das Kaninchen nicht immer wieder von neuem infiziert, ist eine tägliche Reinigung unumgänglich.

Lesenswerte Artikel zum Thema findet man hier ->

http://www.medirabbit.com/GE/GI_diseases/Parasites/coccidiosis_de.PDF

http://www.kaninchenforum.com/kokzidien.htm

Emma bekam nun sieben Tage lang ihre Ration Kokzidiol (ein weißes Pulver) in Möhrenbrei, ansonsten wurde sie wie gewohnt gefüttert: morgens Rodicare Basic Pellets, abends den Kokzidiol-Möhrenbrei mit frischen Möhrchenschnipseln und einigen Stengeln frischen Oreganos.

Nach den ersten sieben Tagen erfolgte eine einwöchige Behandlungspause, danach wieder sieben Tage Kokzidiol. 14 Tage nach der letzten Medikamentengabe erfolgte die letzte Kotprobe: Emma hatte es geschafft!

 

18.8.07 10:50

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen
Powered by 20six / MyBlog
Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung